Die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit rückt näher

UniCredit hat gestern ein weiteres Angebot zur Übernahme der Commerzbank, des zweitgrößten privaten Kreditinstituts Deutschlands, vorgelegt. Im Rahmen dieses Angebots konnte die italienische Bank weitere 17,6 % der Commerzbank-Anteile sichern. Damit erhöht sich ihr direkter Anteil auf insgesamt mehr als 44 %. Unter Einbeziehung weiterer Kaufoptionen verfügt UniCredit inzwischen über eine Position von mehr als 47 %, was nahezu 49,65 % der Stimmrechte entspricht.

Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit der Rettung der Commerzbank durch den deutschen Staat während der Finanzkrise 2008/2009. Damals stabilisierte der Staat die Bank durch staatliche Garantien und Kapitalspritzen. Nachdem die Beteiligung des Bundes über Jahre reduziert worden war, verkaufte der Staat im Jahr 2024 einen Teil seiner Anteile an UniCredit. Die italienische Bank nutzte anschließend weitere Möglichkeiten, ihre Beteiligung schrittweise auszubauen.

Die vollständige Übernahme der Commerzbank verzögert sich jedoch bereits seit mehreren Jahren:

  • Die geplante Übernahme stößt auf Widerstand aus Politik und Arbeitnehmervertretungen. Zudem bewerteten Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank das bisherige Angebot als zu niedrig
  • Die Bundesregierung, die weiterhin rund 12 % der Anteile an der Bank hält, betrachtet die Commerzbank als systemrelevant für die deutsche Wirtschaft. Sie befürchtet, dass wichtige strategische Entscheidungen künftig im Ausland getroffen werden könnten. Darüber hinaus bestehen Sorgen über mögliche Arbeitsplatzverluste und negative Auswirkungen auf den Finanzstandort Frankfurt
  • Schließlich ist die Übernahme mit erheblichen regulatorischen Hürden verbunden

Die Ziele von UniCredit und dessen Vorstandsvorsitzendem Andrea Orcel sind klar:

  • Ausbau der Marktposition in Deutschland
  • Steigerung der Profitabilität: UniCredit erwartet durch Synergien, insbesondere im Bereich der Verwaltung und des Overheads, Kosteneinsparungen sowie eine höhere Rendite der Commerzbank
  • Aufbau eines europäischen Großbanken-Konzerns: Langfristig verfolgt UniCredit das Ziel, einen starken paneuropäischen Bankenkonzern zu schaffen, der international mit den großen US-amerikanischen Banken konkurrieren kann.

Mit der Möglichkeit, unter regulatorischer Aufsicht weitere Anteile zu erwerben, erhöht UniCredit den Druck auf die Commerzbank. Eine vollständige Übernahme erscheint damit wahrscheinlicher als je zuvor.

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UniCredit’s takeover of Commerzbank moves forward

Yesterday, UniCredit submitted a further offer to acquire Commerzbank, Germany’s second largest privately owned bank. Through this transaction, the Italian bank secured an additional 17.6% stake in Commerzbank, increasing its direct ownership to more than 44%. Including additional purchase options, UniCredit’s overall position now exceeds 47%, representing almost 49.65% of the bank’s voting rights.

This development is closely linked to the German state’s rescue of Commerzbank during the 2008/2009 financial crisis. At the time, the government stabilized the bank through state guarantees and capital injections. After gradually reducing its stake over several years, the German government sold part of its shares to UniCredit in 2024. The Italian bank subsequently used additional opportunities to steadily increase its ownership position.

However, the full takeover of Commerzbank has already been delayed for several years:

  • The proposed acquisition has faced resistance from politicians and employee representatives. In addition, Commerzbank’s management board and supervisory board have so far considered UniCredit’s offer to be too low.
  • The German government, which still holds around 12% of the bank’s shares, considers Commerzbank to be systemically important for the German economy. It is concerned that key strategic decisions could in the future be made outside Germany. Furthermore, there are concerns about potential job losses and negative consequences for Frankfurt as a major financial center.
  • Finally, the takeover is subject to significant regulatory hurdles

The objectives of UniCredit and its CEO, Andrea Orcel, are clear:

  • Strengthening its market position in Germany: Through the acquisition of Commerzbank, UniCredit aims to significantly expand its presence in the German banking market
  • Improving profitability: UniCredit expects to achieve cost savings through synergies, particularly in administrative functions and overhead expenses, while increasing Commerzbank’s overall return on equity
  • Building a leading European banking group: In the long term, UniCredit aims to create a strong pan-European banking group capable of competing internationally with major U.S. banks

 

With the ability to acquire additional shares under regulatory supervision, UniCredit is increasing pressure on Commerzbank. A full takeover now appears more likely than ever.