Eine verspätete Lieferung kann heute schnell weitreichende Folgen haben. Doch was wäre, wenn Unternehmen mögliche Engpässe erkennen könnten, bevor sie tatsächlich entstehen? Digitale Zwillinge sollen genau dabei unterstützen.
Globale Lieferketten sind komplex: Lieferanten, Lager, Transporte und Nachfrage sind eng miteinander verbunden. Verändert sich ein Faktor, kann das Auswirkungen auf viele weitere Bereiche haben. Für Unternehmen wird es deshalb immer wichtiger, nicht nur den aktuellen Zustand ihrer Supply Chain zu kennen, sondern mögliche Entwicklungen frühzeitig einzuschätzen.
Hier setzt der digitale Zwilling an. Er bildet relevante Teile der Lieferkette virtuell ab und verbindet Informationen beispielsweise zu Beständen, Lieferungen und Kapazitäten. So entsteht ein aktueller Überblick darüber, wie sich die Supply Chain gerade entwickelt.
Interessant wird es, wenn aus diesem digitalen Abbild ein virtuelles Testfeld wird. Mithilfe von Simulationen lassen sich unterschiedliche Szenarien durchspielen: Was passiert bei steigender Nachfrage? Welche Folgen hätte eine veränderte Transportroute? Und welche Maßnahmen könnten helfen, die Warenversorgung aufrechtzuerhalten?
Damit könnte sich der Blick von der Reaktion auf einen bereits eingetretenen Engpass hin zur vorausschauenden Planung verschieben. Ein Beispiel aus der Automobilindustrie zeigt, dass dieser Ansatz bereits seit Jahren erprobt wird. Volkswagen Nutzfahrzeuge setzte mit „ECO2LAS“ schon 2011 auf Simulationen, um Entwicklungen in einer internationalen Lieferkette früher zu erkennen und mögliche Reaktionen zu bewerten.
Doch der digitale Zwilling braucht eine entscheidende Grundlage: gute Daten. Informationen aus unterschiedlichen Bereichen müssen verfügbar, aktuell und miteinander nutzbar sein. Standardisierte Schnittstellen und gemeinsame Datenökosysteme können dabei eine wichtige Rolle spielen.
Mit künstlicher Intelligenz könnte sich das Konzept schließlich noch weiterentwickeln. KI könnte Simulationsergebnisse analysieren und dabei helfen, aus verschiedenen Szenarien konkrete Handlungsoptionen abzuleiten.
Die entscheidende Frage ist daher nicht nur, ob sich eine Supply Chain digital abbilden lässt. Vielmehr geht es darum: Wie weit kann ein digitaler Zwilling tatsächlich dabei helfen, Risiken vorherzusehen und aus möglichen Engpässen rechtzeitig handhabbare Szenarien zu machen?
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Digital Twins: Can Supply Chains Anticipate Future Bottlenecks?
A delayed delivery can quickly trigger far-reaching consequences. But what if companies could identify potential bottlenecks before they occur? This is where digital twins come into play.
Global supply chains are complex: suppliers, warehouses, transportation, and demand are closely interconnected. If one factor changes, it can have repercussions across many other areas. It is therefore becoming increasingly important for companies not only to understand the current state of their supply chain but also to identify potential developments at an early stage.
This is where the digital twin comes in. It creates a virtual representation of relevant parts of the supply chain, connecting data on inventory, deliveries, and capacity. This provides an up-to-date view of how the supply chain is developing.
Things get interesting when this digital representation becomes a virtual testing ground. Simulations can be used to explore different scenarios: What happens when demand rises? What are the consequences of changing a transportation route? And which measures could help maintain the supply of goods?
This could shift the focus from reacting to bottlenecks that has already after they occur to proactively planning for them.
An example from the automotive industry shows that this approach has been tested for years. As early as 2011, Volkswagen Commercial Vehicles used “ECO2LAS” to simulate an international supply chain, identify potential developments at an early stage, and evaluate possible responses.
But the digital twin depends on one crucial foundation: good data. Information from different areas must be available, up to date, and interoperable. Standardized interfaces and shared data ecosystems can play an important role here.
Artificial intelligence could take the concept even further. By analyzing simulation results, AI could help identify patterns and derive concrete courses of action from different scenarios.
The crucial question, therefore, is not simply whether a supply chain can be digitally modeled. Rather, it is to what extent a digital twin can actually help anticipate risks and turn potential bottlenecks into manageable scenarios at an early stage.